Logistik-Glossar

Kontraktlogistik

Definition

Kontraktlogistik ist eine langfristige Outsourcing-Vereinbarung, bei der ein Logistikdienstleister die Lagerhaltung, die Distribution, den Transport und damit verbundene Abläufe eines Kunden ganz oder teilweise auf Basis eines formellen Vertrags übernimmt. Der Dienstleister betreibt häufig das Lager, das Personal und die Systeme des Kunden und wird nach vereinbarten Servicelevels und Gebühren vergütet. Kontraktlogistik unterscheidet sich von einfachen Transportverträgen dadurch, dass der Dienstleister die operative Verantwortung für einen größeren Teil der Lieferkette übernimmt.

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Warum ist Kontraktlogistik wichtig?

Mit Kontraktlogistik kann sich ein Unternehmen auf sein Kerngeschäft konzentrieren, während ein Spezialist Lagerfläche, Personal, Ausrüstung und Distribution verwaltet. Sie kann Fixkosten senken, Zugang zu Fachwissen und Systemen verschaffen und sich flexibel an die Nachfrage anpassen. Dem Dienstleister sichern lange Vertragslaufzeiten stetige Umsätze und ermöglichen Investitionen in Anlagen und Technologie, die sich für einen einzelnen Kunden allein nicht rechnen würden.

Wie funktioniert Kontraktlogistik?

Kunde und Dienstleister schließen einen Vertrag über Leistungsumfang, Leistungsziele, Preise, Mengen und Vertragslaufzeit ab, die häufig drei bis fünf Jahre beträgt. Der Dienstleister richtet das Lager ein oder übernimmt es samt Personal, führt seine Systeme ein und steuert Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung und Warenausgang. Über die Leistung wird anhand vereinbarter Kennzahlen wie Auftragsgenauigkeit und termingerechtem Versand berichtet. Die Preisgestaltung kombiniert in der Regel feste Managementgebühren mit Entgelten pro Tätigkeit oder bearbeiteter Einheit.

Branchen und Einsatzbereiche der Kontraktlogistik

  • Distribution für Einzelhandel und Warenhäuser
  • Fulfillment für Mode und Bekleidung
  • Distribution von Unterhaltungselektronik
  • Pharma- und Medizinversorgung
  • Kfz-Teile- und Aftermarket-Logistik
  • Distribution von Lebensmitteln und Getränken
  • E-Commerce-Fulfillment
  • Lieferketten in der Fertigung

Beispiel aus der Praxis

Eine Marke für Unterhaltungselektronik in Madrid (Spanien) lagert ihre Distribution für Südeuropa an einen Kontraktlogistikdienstleister aus. Im Rahmen eines Vierjahresvertrags betreibt der Dienstleister das 30.000 Quadratmeter große Lager der Marke in Saragossa, verwaltet Personal und Bestandsführungssystem und übernimmt Wareneingang, Kommissionierung und den Transport zu Händlern in Spanien, Portugal und Südfrankreich. Die Marke zahlt eine feste monatliche Managementgebühr zuzüglich Entgelten pro Auftrag und pro umgeschlagener Palette. Monatliche Berichte erfassen Auftragsgenauigkeit und termingerechten Versand im Vergleich zu den vereinbarten Zielen.