Warum ist CFR wichtig?
CFR schafft Klarheit über die Kosten- und Risikoverteilung im internationalen Seehandel: Beide Parteien wissen genau, wer was bezahlt und wer das Risiko für Verlust oder Beschädigung trägt. Diese Klarheit beugt Streitigkeiten vor und ermöglicht es Unternehmen, ihre Einstandskosten genau zu kalkulieren. Für Verkäufer ist CFR attraktiv, weil sie die Frachtkosten und die Lieferung bis zum Hafen selbst steuern. Käufer müssen bei CFR zwar selbst eine Versicherung abschließen und tragen dafür zusätzliche Kosten, profitieren aber von einer guten Kostenplanbarkeit.
Wie funktioniert CFR (Kosten und Fracht) in der Logistik?
Ein Käufer in einem Land erwirbt Waren von einem Verkäufer in einem anderen Land zu CFR-Bedingungen. Der Verkäufer organisiert und bezahlt die Seefracht bis zum Bestimmungshafen. Sobald die Ware an Bord des Schiffes verladen ist (Gefahrübergang), ist der Käufer für die Versicherung sowie für Verlust oder Beschädigung verantwortlich. Der Verkäufer übergibt dem Käufer das Konnossement und die Lieferdokumente. Der Käufer schließt die Versicherung ab und nimmt die Ware im Bestimmungshafen in Empfang, wo er die Frachtrechnung begleicht und die volle Verantwortung übernimmt.
CFR im Vergleich zu anderen Incoterms für die Seefracht
- FOB (Frei an Bord) – Verkäufer zahlt die Fracht bis zum Verladehafen; ab dort zahlt der Käufer die Fracht
- CIF (Kosten, Versicherung und Fracht) – wie CFR, jedoch schließt der Verkäufer zusätzlich die Versicherung ab; der Käufer trägt dennoch das Risiko ab der Verladung
- CFR (Kosten und Fracht) – Verkäufer zahlt die gesamte Fracht; Käufer schließt die Versicherung ab und trägt das Risiko ab der Verladung
- CIP (Frachtfrei versichert) – Verkäufer zahlt Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungsort (nicht nur bis zum Hafen)
Beispiel aus der Praxis
Ein Textilhersteller in Shanghai (China) verkauft Stoffe im Wert von 100.000 € zu CFR-Bedingungen an einen Händler in Rotterdam (Niederlande). Der Hersteller organisiert die Seefracht und bezahlt die Transportkosten (3.000 €), um die Container bis zum Hafen Rotterdam zu liefern. Sobald die Container in Shanghai an Bord des Schiffes verladen sind, geht das Risiko auf den Käufer in Rotterdam über. Der Käufer schließt für die Seereise eine Transportversicherung ab (600 €). Das Schiff ist 30 Tage bis Rotterdam unterwegs. Beschädigt ein Sturm das Frachtgut während des Transports, deckt die Versicherung des Käufers den Schaden – nicht der Verkäufer. Im Hafen Rotterdam nimmt der Käufer die Container in Empfang und begleicht die Frachtrechnung über 3.000 € bei der Reederei. Gesamtkosten für den Käufer: 100.000 € (Ware) + 3.000 € (Fracht) + 600 € (Versicherung) = 103.600 €.