Warum ist das wichtig?
Leerfahrten verschwenden Kraftstoff, Arbeitszeit des Fahrpersonals und Betriebskosten. Rückladungen machen aus ungenutzter Kapazität Umsatz oder Kosteneinsparungen: Frachtführer steigern ihre Rentabilität, Versender zahlen geringere Frachtkosten. Für Unternehmen mit knappem Logistikbudget können Rückladungen die Transportkosten auf der Rückfahrt um 20–40 % senken und so die Wirtschaftlichkeit der Lieferkette deutlich verbessern.
Wie funktioniert die Rückladung in der Logistik?
Ein Frachtführer stellt eine Ladung von Stadt A nach Stadt B zu und hätte danach ein leeres Fahrzeug auf dem Rückweg nach Stadt A. Für eine Rückladung werden Waren gesucht, die von Stadt B zurück nach Stadt A oder in die Nähe befördert werden müssen – so wird die Kapazität auf der Rückfahrt genutzt. Der Versender zahlt einen vergünstigten Tarif, da der Frachtführer die Rückfahrt ohnehin unternimmt. Rückladungen erfordern Flexibilität: Termine und Strecken sind durch die ursprüngliche Sendung vorgegeben, daher muss die Ladung für die Rückfahrt in diese Tourenplanung passen.
Transportbereiche, die Rückladungen nutzen
- Straßengüterfernverkehr
- Grenzüberschreitende Logistik in Europa
- Filialbelieferung im Einzelhandel
- Lieferketten in der Produktion
- Betrieb von Lagern und Distributionszentren
- Frachtkonsolidierung
- Kurier- und Expressnetzwerke
- Regionale und nationale Distribution
Beispiel aus der Praxis
Ein Möbelhersteller verschickt Sofas von Polen nach Deutschland und füllt damit den Lkw eines Frachtführers. Damit das Fahrzeug nicht leer zurückfährt, organisiert der Frachtführer eine Rückladung: Ein deutscher Großhändler für Haushaltsgeräte muss Waschmaschinen nach Polen senden. Der Lkw befördert die Geräte auf der Rückfahrt zu einem reduzierten Tarif. Beide Versender sparen Geld (für das deutsche Unternehmen ist die Rückladung günstiger als eine reguläre Sendung), und der Frachtführer maximiert die Auslastung seines Fahrzeugs auf beiden Teilstrecken.