Warum ist Rückfracht in der Logistik wichtig?
Rückfracht verringert Leerfahrten und senkt so Kraftstoffverbrauch, Mautkosten, Fahrerzeit und Fahrzeugverschleiß. Für Frachtführer verbessert sie die Marge auf einer Strecke, die sonst Verluste einfahren würde. Versendern bietet sie günstigere Preise auf Relationen mit knapper Direktkapazität – vorausgesetzt, ihre Ladung passt zum Rückfahrplan und zur Route des Fahrzeugs.
Was ist der Unterschied zwischen Rückfracht und regulärer Fracht?
Reguläre Fracht wird auf einer vom Versender gewählten Route und nach dessen Zeitplan gebucht, und der Frachtführer plant das Fahrzeug um diese Buchung herum. Rückfracht wird dagegen in Kapazität gebucht, die auf der Rückfahrt eines Fahrzeugs ohnehin vorhanden ist; Termine und Streckenführung ergeben sich daher aus der Hinfahrt. Rückfracht ist günstiger, aber weniger flexibel, weil die Ladung in den bestehenden Fahrplan des Fahrzeugs passen muss.
Transportarten, die Rückfracht nutzen
- Rückladungen im Komplettladungsverkehr (FTL)
- Grenzüberschreitender Straßengüterverkehr
- Paletten- und Sammelguttransporte auf Rückfahrten
- Middle-Mile-Transporte zwischen Lagern und Hubs
- Transporter- und Lkw-Netze auf regionalen Strecken
Beispiel aus der Praxis
Ein Transporter, der Elektronik von Wien (Österreich) nach Zagreb (Kroatien) befördert hat, ist entladen und soll nach Wien zurückfahren. Ein Möbelgroßhändler in Zagreb muss 8 Paletten flach verpackte Möbel an ein Lager in Graz (Österreich) liefern lassen, das auf der Rückroute liegt. Der Großhändler bucht den Laderaum auf der Rückfahrt zu einem niedrigeren Preis als für einen eigens eingesetzten Transporter, und der Transporter holt die Paletten auf der Rückfahrt in Zagreb ab und liefert sie in Graz aus, bevor er weiter nach Wien fährt.