Logistik-Glossar

Rollierende Inventur (Cycle Count)

Definition

Die rollierende Inventur ist ein Verfahren zur Prüfung der Bestandsgenauigkeit, bei dem nach einem festen Zeitplan regelmäßig ein kleiner Teil des Bestands gezählt wird, statt das gesamte Lager auf einmal aufzunehmen. Die Artikel werden nach Wert, Umschlagshäufigkeit oder Lagerplatz gruppiert, und jede Gruppe wird in einem festgelegten Rhythmus gezählt. Abweichungen zwischen gezähltem Bestand und Systembestand werden untersucht und korrigiert.

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Warum ist die rollierende Inventur wichtig?

Die rollierende Inventur hält die Bestandsdaten genau, ohne dass das Lager für eine vollständige Stichtagsinventur geschlossen werden muss. Genaue Bestandsdaten verhindern Überverkäufe, Fehlbestände und unnötige Transporte, weil das System zeigt, was tatsächlich in den Regalen liegt. Schnelldreher oder hochwertige Artikel können häufiger gezählt werden, sodass sich der Aufwand dort konzentriert, wo Fehler am teuersten sind.

Wie funktioniert die rollierende Inventur in der Logistik?

Das Lager teilt seinen Bestand in Gruppen ein, häufig mithilfe einer ABC-Analyse: A-Artikel sind hochwertig oder schnelldrehend, C-Artikel geringwertig oder langsamdrehend. Täglich zählen die Mitarbeitenden eine festgelegte Anzahl von Lagerplätzen oder SKUs nach einem Zählplan, den das Lagerverwaltungssystem erstellt. Der gezählte Bestand wird mit dem Systembestand verglichen, und Abweichungen werden mit einem Ursachencode erfasst. Die Ursachen werden untersucht, und der Datensatz wird korrigiert, sobald die Abweichung bestätigt ist.

Branchen und Einsatzbereiche der rollierenden Inventur

  • Fulfillment-Center im E-Commerce
  • Distributionszentren des Einzelhandels
  • Lager für Mode und Bekleidung
  • Distribution von Elektronik und Haushaltsgeräten
  • Kfz-Teile und Aftermarket-Versorgung
  • Pharma- und Medizinversorgung
  • Lager für Lebensmittel und Getränke
  • Third-Party-Logistics-Dienstleister (3PL)

Beispiel aus der Praxis

Ein Mode-Distributionszentrum in Porto (Portugal) führt 40.000 SKUs in sechs Lagerzonen. Die meistverkauften Jacken, als A-Artikel eingestuft, werden jede Woche gezählt, langsamer drehende Accessoires dagegen einmal im Quartal. Am Dienstag zählen die Mitarbeitenden die Jackenplätze in Zone 3 und stellen 18 Stück weniger fest, als das System ausweist. Das Team prüft die letzten Bewegungen, stellt fest, dass 18 Jacken für einen regionalen Auftrag kommissioniert, aber nie ausgescannt wurden, und korrigiert den Datensatz. Anschließend wird der Scanschritt am Packplatz konsequenter durchgesetzt, damit sich derselbe Fehler nicht wiederholt.