Logistik-Glossar

Konventionelles Stückgut (Breakbulk)

Definition

Konventionelles Stückgut (engl. Breakbulk) bezeichnet nicht containerfähige Güter, die einzeln auf ein Schiff verladen werden, statt in standardisierten Containern verpackt zu werden. Dazu zählen Projektladungen, schwere Maschinen, übergroße Anlagen, sonstige Stückgüter sowie Güter, die nicht in Standardcontainer passen oder zu unregelmäßig geformt sind, um sie in Containern zu befördern. Schiffe für konventionelles Stückgut verfügen über bordeigene Krane und spezielle Ladeausrüstung, um diese vielfältigen, nicht standardisierten Güter umzuschlagen.

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Warum ist konventionelles Stückgut wichtig?

Nicht alle Güter passen in Container – große Maschinen, Industrieanlagen und Projektladungen erfordern eine spezielle Handhabung und eigens dafür eingesetzte Schiffe. Der Transport als konventionelles Stückgut ermöglicht die Beförderung von Gütern, die sich unmöglich in Container verladen lassen, und ist damit unverzichtbar für Schwerindustrie, Bauwesen und spezialisierte Fertigung. Stückgutschiffe sind zwar weniger effizient als Containerschiffe, für übergroße und unregelmäßig geformte Ladung aber unersetzlich.

Wie funktioniert der Transport von konventionellem Stückgut in der Logistik?

Konventionelles Stückgut wird Stück für Stück mit den bordeigenen Kranen oder mit landseitiger Ausrüstung auf das Schiff verladen. Jedes Teil wird einzeln gesichert, dokumentiert und verfolgt. Das Be- und Entladen dauert deutlich länger als im Containerumschlag – eine einzelne Sendung kann spezielle Anschlagtechnik, Schwerlastgerät oder eine individuelle Ladungssicherung erfordern. Stückgutschiffe verkehren seltener als Containerschiffe und sind für den Umschlag in der Regel auf hafenseitige Ausrüstung angewiesen.

Arten und Einsatzbereiche von konventionellem Stückgut

  • Schwere Maschinen und Industrieanlagen
  • Baumaschinen und Baumaterialien
  • Projektladungen (Kraftwerke, Pipelines, Industriebauten)
  • Übermaßladung und Out-of-Gauge-Ladung
  • Marine- und Militärausrüstung
  • Flugzeugkomponenten
  • Allgemeines Stückgut (nicht containerfähige Güter)
  • Forst- und Holzprodukte
  • Stahl- und Metallerzeugnisse (Walz- und Profilstahl)
  • Ausrüstung für den Energiesektor (Turbinen, Generatoren)
  • Schwere Komponenten für die Automobilindustrie

Beispiel aus der Praxis

Ein Energieunternehmen bestellt bei einem Hersteller in Japan eine 300 t schwere Turbine zur Stromerzeugung für ein im Bau befindliches Kraftwerk in Europa. Die Turbine passt in keinen Standardcontainer und erfordert eine individuelle Anschlagtechnik und Ladungssicherung. Der Hersteller bucht Laderaum für konventionelles Stückgut auf einem spezialisierten Stückgutschiff. Die Turbine wird mit Schwerlastgerät verladen, mit individueller Anschlagtechnik gesichert und einzeln dokumentiert. Das Schiff benötigt 6 Wochen bis Rotterdam. Im Hafen löschen Spezialkrane die Turbine, anschließend wird sie per Schwerlast-Lkw zur Baustelle transportiert.